Jeder muss selbständig den Stellenwert der Natur begreifen

Naturnah und schonend – so lauten die aktuellen Forderungen des Vereins «Pro Bözberg» an die Waldbewirtschaftung. Unter anderem die drei Vorstandsmitglieder Otto H. Suhner, Dr. André Lambert und Werner Schraner setzen sich dafür ein. Dies ist aber nicht die einzige Streitfrage, mit welcher sich der Verein aktuell beschäftigt.

(Bild: Lilly Rüdel) Alles für eine schonende Waldbewirtschaftung im Gebiet Bözberg: Für die drei Vorstandsmitglieder (v.l.) Dr. André Lambert, Otto H. Suhner und Werner Schraner ist dafür kein Aufwand zu gross.

Wenn man einen Cervelat am «Stäcke» hat und Nachmittage lang in der Natur verbringt, dann ist man schon mittendrin im Verein «Pro Bözberg». Seit 2002 setzt sich der Verein «Pro Bözberg» für die Erhaltung der Landschaft, Natur und des Erholungsraums Bözberg ein. Er gehört zu einem der 17 beschwerde-legitimierten Institutionen des Kantons Aargau, erzählt Otto H. Suhner stolz im Interview. Er, Dr. André Lambert und Werner Schraner sind drei von zehn Vorstandsmitgliedern, die das ganze Jahr über tatkräftige Milizarbeit leisten. Zwei bis drei Mal pro Jahr treffen sie sich zu ordentlichen Sitzungen, um bevorstehende Veranstaltungen zu planen. Ihr unermüdliches Engagement ermöglicht Aktivitäten wie der jährliche Bettagsanlass, an dem unter anderem Cervelat bräteln auf der Traktandenliste steht. Der Posten als Vorstandsmitglied kostet zwar jede Menge Zeit, aber für Suhner, Lambert und Schraner bedeutet ihre Arbeit auch viel Leidenschaft und Spass.

«Wir suchen uns die Themen nicht proaktiv aus»
Jedes Jahr im September treffen sich die Mitglieder des Vereins, um sich zusammen einer Themenwelt zu widmen und näher mit der regionalen Natur in Kontakt zu treten. In den letzten Jahren drehte sich alles rund um Themen wie Pilze, Gewässer, Heilpflanzen, Obstsorten, Jagd, Waldbewirtschaftung oder regionale Weinproduktion u. a. auf dem Bözberg. Dieses Jahr erwartet die Mitglieder ein Nachmittag voller «Gruselgeschichten auf dem Bözberg».
Für die drei Vorstandsmitglieder ist diese Öffentlichkeitsarbeit essenziell und wirksamer als nur Druck auf Gesellschaft und Politik auszuüben. Suhner dazu: «Wir müssen das Bewusstsein in der Gesellschaft bezüglich der Notwendigkeit schonender Waldbewirtschaftung stärken.» Nur so könne man weitsichtig seine Ziele verfolgen. Die Gesellschaft müsse selbst die Wichtigkeit der Natur erleben und realisieren.
Doch Öffentlichkeitsarbeit allein reicht dann doch nicht ganz aus. So beobachtet der Verein «Pro Bözberg» laufend den Zustand der Region Bözberg und des oberen Fricktals sowie die Nutzungspläne des Bunds. Schraner dazu: «Wir suchen uns die aktuellen Themen, die den Verein beschäftigen, nicht proaktiv aus. Wir reagieren bloss auf die Umwelt.»

«Schonende Waldbewirtschaftung heisst nicht, vollständig auf Maschinen zu verzichten»
Dementsprechend hielt Urs Gsell, Betriebsleiter des Forstbetriebs Suhrental-Ruedertal, an der Mitgliederversammlung am 17. April einen Vortrag über schonende Waldbewirtschaftung. Er schöpft dabei als Verantwortlicher über 1600 Hektar aus einem breiten Erfahrungsschatz. Er betonte dabei, dass man nicht komplett auf den Gebrauch von Maschinen verzichten müsse und könne: «Ohne Maschinen geht es nicht, auch wir haben sie im Einsatz.» Es gehe aber darum, dass man diese bewusster einsetze. So fahre man im Forstbetrieb Suhrental-Ruedertal mit schweren Maschinen nur auf den Waldstrassen. Dann fälle man die Bäume von Hand und ziehe sie mit Seilwinden an die Strassen. «Es ist Knochenarbeit, aber das ist es uns wert.», betont Gsell. Zusätzlich wende man in seinem Forstbetrieb das Konzept eines Dauerwaldes an, also eine Zusammensetzung aus verschiedenen Baumarten und verschiedenen Baumgenerationen. Von dieser «neueren» Art der Waldbewirtschaftung können die «Pro Bözberger» bislang nur träumen.

(Bild: zVg) «Das ist nicht unser Bözberg!»: Mit dieser Ansage macht der Verein in verschiedenen Publikationen und auf seiner Webseite auf die aktuelle Wald­bewirtschaftung aufmerksam.

Die Vorstandsmitglieder decken die Bedürfnisse des Vereins
Wie auf der Webseite von Pro Bözberg zu sehen ist, ist der Verein in verschiedenste Projekte involviert. So spielt neben der aktuellen Waldbewirtschaftung auch die Aufarbeitung der Geschichte eine Rolle. Dr. André Lambert publizierte im Jahr 2020 mit Hans Burger die Schrift: «Wie der Bözberg seinen letzten Schliff bekam» über die Spuren der Eiszeit auf dem Bözberg. Damit kann der Stellenwert der Region besser nachvollzogen werden.
Eine wichtige Rolle spiele dabei auch die Wahl der Vorstandsmitglieder. Dr. Lambert erläutert: «Die Konstellation unseres Vorstands ist wichtig, weil er verschiedene Generationen miteinander verbindet.» So könne man von dem Wissen und dem Erfahrungsschatz der älteren Generationen profitieren. Zudem sei für den Vorstand wichtig, die 1500 Mitglieder in ihrer geografischen Vielfalt zu repräsentieren. Ebenso achte man auf eine heterogene berufliche Mischung der Vorstandsmitglieder. Neben Dr. Lambert als Geologe sind auch Jäger, Juristen und Unternehmer im Vorstand vertreten. So decke man alle Bedürfnisse des Vereins ab.
Mit dem aktuellen Stand der Bözberger Natur ist der Vorstand nicht zufrieden, aber genau dieser Umstand sporne sie an. Nicht nur für die Umwelt spiele der Schutz des Waldes eine wichtige Rolle, findet Schraner: «Vor allem auch während der Covid-Pandemie merkte man, wie wichtig der Wald für uns Menschen als Erholungsort ist.» Schon allein deshalb sei es wichtig, sich für den Schutz und die Erhaltung der Natur einzusetzen, und zwar nicht nur im Raum Bözberg. Dazu kommt die immense Bedeutung eines gesunden Waldes zur CO2-Absorption.

Lilly Rüdel

Weitere Informationen:
www.proboezberg.ch

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